Es wird angestrebt mit dem EU-China Innovationszentrum eine Anlaufstelle für Unternehmen zu schaffen, um vor Ort durch Inspiration, Unterstützung und einem attraktiven Kollaborationsumfeld eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und Leistungsfähigkeit zu erreichen. Dafür sollen im EU-China Innovationszentrum verschiedene Funktionen offeriert werden.

Aus der Außenperspektive besitzt das Zentrum eine klare Kommunikationsstrategie sowie eine einprägsame Platzierung. Die Kommunikation von Angeboten und Services erfolgt in Verknüpfung zum bereits existierenden One-Stop-Shop für verwaltungsbezogene Tätigkeiten des Wuxi National High-Tech District.
Branchenübergreifend sollen die Funktionen ein Angebot für lokale und multinationale Unternehmen sein, die vor Ort in der EU-China Innovation Zone von Wuxi angesiedelt sind. Aber selbstverständlich sollen auch weitere Unternehmen davon profitieren, die nicht innerhalb der EU-China Innovation Zone lokalisiert sind. Um eine bestmögliche Unterstützung der Unternehmen anbieten zu können, ist die Gestaltung sowie vorgeschlagene Funktionsbausteine entsprechend ausgesucht entwickelt worden. Aus der Perspektive der Schaffung von Innovationsnetzwerken zur Förderung eines exponentiellen Wachstums von Ideen zu Erfindungen und Innovationen ist es sinnvoll, verschiedene Aspekte in einem solchen Innovationszentrum zu berücksichtigen. Unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen zeigt die Forschung drei Hauptdimensionen auf, die in Innovationszentren abgedeckt werden müssen, um Kreativität und innovative Ideen zu fördern – Zeit, Wissen und Leistung. Innovationen werden in Ökosystemen geschaffen, dabei sind durch die Forschung sechs wesentliche Elemente für den Erfolg eines lokalen Innovationsökosystems identifiziert worden. Diese Elemente sind nur die Grundlage für die Schaffung des Ökosystems. Darüber hinaus ist die Herausforderung eine Gemeinschaft zu schaffen, das zu den lokalen Interessengruppen und dem Ziel passt.


Ehrgeizige und mutige Visionen
Das erste Element ist die Definition eines klaren Anspruchs und zukunftsorientierter Ziele, die bei den Beteiligten Begeisterung und Interesse wecken. Sehr oft ist dies mit der einzigartigen und differenzierten Identität des Standorts verbunden. Auf dieser Grundlage kann ein Wertangebot für die Menschen und Unternehmen in der Umgebung erstellt werden. Wichtig ist auch die Festlegung von Indikatoren, um die Zielsetzung während der gesamten Laufzeit aufrechtzuerhalten.

Talent und Gemeinschaftsbildung
Eine entscheidende Komponente ist die koordinierte Talentstrategie. War früher die Basis die schulische und universitäre Ausbildung, so ist es heute eine umfassende Strategie, die Ausbildung am Arbeitsplatz oder spezifische Wissensvertiefungen für Fachkräfte einschließt, um einen auf neuen Kompetenzen der Mitarbeiter basierenden Branchenaufstieg zu ermöglichen. Hierfür ist es hilfreich, Partnerschaften zwischen Unternehmen und Verwaltung zu schaffen, um Handlungsfelder in Form von Public-Private-Partnerships zu entwickeln. Dieser Ansatz ermöglicht eine passgenaue Orientierung an den Bedürfnissen der Wirtschaft einerseits und eine optimale Auslastung der Bildungseinrichtungen andererseits.

Immobilien, Infrastruktur und Ortsgestaltung
Ein nachhaltiges Ökosystem muss für Unternehmen, Institutionen und Arbeitnehmer attraktiv sein. Ein Kernelement ist die physische und virtuelle Infrastruktur, die ein Standort bietet. Dies ist ein Aspekt, den viele Unternehmen versuchen, intern zu schaffen, wenn sie über ausreichende finanzielle Kapazitäten verfügen. Ein zweiter Aspekt ist jedoch die „Ortsgestaltung“, die die Lebens- und Arbeitsqualität beeinflusst. Dabei geht es vor allem darum, eine integrative Gemeinschaft mit lebendigen und erfolgreichen Geschäftspartnerschaften zu fördern, die zu Innovationen führen.
Die Investitionen in Bauten und Infrastrukturen müssen auf die Bedürfnisse der lokalen Gemeinschaft abgestimmt sein. Manchmal kann auch die Schaffung kurzer Wege zwischen verschiedenen Funktionen die wirtschaftliche Leistung der Netzwerkpartner in der Gemeinschaft fördern.

Cluster und Partnerstrategie
Innovationsökosysteme funktionieren viel besser, wenn lokale Führungskräfte und Entwickler eine lokale Kompetenzbasis stärken. Daher ist es sinnvoll, sich auf bestimmte Sektoren und Branchen (z. B. Elektrofahrzeuge, fortschrittliche Luftverkehrsmobilität, medizinische Geräte) oder alternativ auf spezielle Funktionen (z. B. künstliche Intelligenz, Internet der Dinge) zu konzentrieren. Die Einrichtung von zwei Ankerinstitutionen hilft dem Ökosystem zu gedeihen.

Kapital, Finanzierung und Förderung
Je nach Anwendungsschwerpunkt – Gründung neuer Unternehmen oder Ausbau bestehender Unternehmen – muss sichergestellt sein, dass genügend finanzielle Kapazitäten vorhanden sind.
Wenn der Schwerpunkt auf der Gründung neuer Unternehmen liegt, muss die Höhe des Risikokapitals zur Finanzierung dieser Aktivitäten angepasst werden. Wichtig für einen erfolgreichen Ansatz ist die Bereitstellung von Risikokapital für die vier Phasen des Innovationstrichters – Ideenfindung, Kommerzialisierung, Gründung und Wachstum, die unterschiedliche Bedürfnisse haben können.
Die Verbesserung bestehender Unternehmen erfordert eine andere Art der Unterstützung. Die beste Arbeitsmethode ist eine öffentliche Finanzierung mit einem starken Fokus auf wissenschaftlichem Wettbewerb. Auf regelmäßiger Basis können Unternehmen in einem Forschungskonsortium eine Finanzierung oder die Nutzung bestehender Einrichtungen für einen geringeren Aufwand beantragen.

Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion
Gerade in westlichen Gesellschaften mangelt es an Vielfalt und Interdisziplinarität. Dieses Dilemma ist jedoch hinlänglich bekannt und wird breit diskutiert. Erfolgreiche Innovationsnetzwerke schaffen hier Abhilfe, indem sie unterschiedliche Personengruppen zusammenbringen und Formate und Räume schaffen, die Austausch und Zusammenarbeit ermöglichen.
Dies sollte für die Schaffung von Räumen innerhalb des EU-China-Innovationszentrums und möglicher Formate diskutiert werden, die von der Gemeinschaft und dem Clustermanagement vorangetrieben werden, um ein lebendiges Innovationsökosystem zu gestalten.
Dabei steht im Fokus durch Zusammenarbeit verschiedener Partner die Innovationskraft vor Ort zu stärken, wobei sich an die Quadrupel-Helix der Innovation angelehnt wird. Dabei sollen verschiedene Expertisen durch Austausch auf neue Ideen kommen und so Innovationen effektiv vorwärts treiben, um so schneller verwertbare Produkte zu erhalten.

Um ein umfängliches Angebot für Unternehmen in und um Wuxi zu bieten, sind verschiedene Funktionselemente entwickelt worden. Dabei spielen Inspiration durch Vorstellung und Anwendbarkeit von Technologien (Demonstrator World) ebenso eine Rolle, wie angebotene Dienstleistungen (Supportive Services).

image sources
- Actionfields: Fraunhofer IAO | Michael Hertwig
- BuildingBlocks: Fraunhofer IAO | Michael Hertwig


