Ein regnerischer Freitag im Mai war der Startpunkt zu interessanten Einblicken und guten Gesprächen in Stuttgart. Eine Delegation mit dem Fokus IoT-Technologie war in Europa zu Gast. Am Freitag, den 17. Mai war die Delegation in Stuttgart.
Die Delegation, bestehend aus Vertretern der Wuxi High-Tech Zone, Vertretern des IoT Zone sowie Repräsentanten relevanter Unternehmen im Technologie-Feld hatten einerseits Interesse mit Unternehmen in den Austausch zu kommen, andererseits sich aus der Forschung am Fraunhofer IAO Impulse zu holen.
In enger Abstimmung mit der Organisation der Delegationsreise gelang es, ein spannendes und vielfältiges Programm zu organisieren.
Zu erst konnten wir den den Teilnehmenden drei spannende Projekte in der ARENA2036 präsentieren. Die ARENA2036 ist die Forschungsfabrik im Großraum Stuttgart, in der die Automobil-Produktion der Zukunft erforscht und geformt wird. Neben Förderungen der öffentlichen Verwaltung gibt es auch viele Unternehmen, sich hier einzubringen. So hatten wir drei Vorstellungen
- Matthias Lück – Fraunhofer IAO – Projektleiter im Projekt Connect4HCA
Er stellte das Projekt »Connect4HCA« vor, wobei versucht wird frühzeitig basierend auf Sensorik-Daten Optimierungen vorzuschlagen. Darüber hinaus werden die Werkzeuge entsprechend gesteuert. Ziel ist es, zunehmend menschliches Wissen und Erfahrungen mit datengetriebenen Inhalten zu hinterlegen, um so effizienter eine gute Qualität zu erzielen - Ilya Kozlov – NAiSE – Produktmanager
Er stellte die Software des Unternehmens NAiSE vor, deren Ziel es ist alle unterschiedlichen Typen von FTS (Fahrerlosen Transportsystemen) durch Datenschnittstellen zu vereinheitlichen. So sollen die Nutzer der Software über eine Plattform unterschiedliche im Einsatz befindliche Fahrerlose Transportsysteme verwalten und steuern können. Dabei lassen sich Routenzüge erstellen, Kollisionen untereinander und anderen Entitäten gleichermaßen verhindern, wie die Auslastung maximieren. - Dr. Daniel Ewert – Robert Bosch GmbH – Projektleiter Corporate Research
Unter seiner Leitung arbeiten unterschiedliche Wissenschaftler an Innovationen für die Produktion der Zukunft. Hervorzuheben ist hierbei der »interaktive Hallenboden«, der aktuell entwickelt wird. Ziel ist, das der Boden mit Objekten und Menschen kommuniziert, um so effektiver und sicherer zu arbeiten bzw. auch logistische Prozesse abwickeln zu können. Prozesse auf dem Shopfloor werden in Echtzeit analysiert, ausgewertet und Impulse zur Verbesserung ermittelt.




Nach den inspirierenden Impulsen in der ARENA2036 musste die Delegation einmal durch den Regen – es schüttete regelrecht – um zum Fraunhofer-Campus zu gelangen. Denn als nächsten stand der Besuch zweier Labs sowie ein Austausch mit dem Namensgeber »Joseph von Fraunhofer« bzw. dessen Avatar an. Als spannende Labs konnten wir:

Nikolas Zimmermann – Leiter des Teams Digital Engineering
Er stellte das Digital Engineering Lab vor. Im Living Lab für innovative digitale Prozessgestaltung für die Produktrealisierung zeigt er die Themen der Projekte im Lab auf. Dan zeigte er zwei konkrete Beispiele, wie das Fraunhofer IAO Unternehmen unterstützen kann – Demonstrator eines digitalen Zwillings und Werkzeug zu Etablierung von Synergiemaßnahmen durch mehrere Unternehmen.
Benjamin Schneider – Projektleiter für Leuchtturmprojekt im Themenfeld »Advanced Systems Engineering«
Unter seiner Leitung konnte die Delegation das Cognitive Engineering and Production Lab erkunden und neue technologisches, wie auch methodische Entwicklungen am Fraunhofer IAO live erleben. Ziel ist es hierbei, direkte Kommunikation von der Produktentwicklung mit Kunden und dann direkt mit Produktionsplanung zu ermöglichen und somit schnelle und effektive Prozesse sicherzustellen. Darüber hinaus ist die CoLEDWall einzigartig und einer Neuentwicklung des Fraunhofer IAO, bei der zwei Perspektiven gleichzeitig eingenommen werden können und die Bilder für beide Betrachtung optimiert sind.












Nach der Stärkung in der Mittagspause bei typisch schwäbischen Gerichten, wie Gaisburger Marsch, fand ein Seminar über Forschungsinhalte am Fraunhofer IAO statt. Impulsvorträge kamen von
- Nikolas Zimmermann – Intro Fraunhofer-Institut
Er stellte die Fraunhofer-Gesellschaft sowie das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO vor. Dabei gab er Einblicke, wie Projekte durgeführt werden, wie sich die Institute finanzieren, und was Erfolgskonzepte dabei sind. - Nikolas Zimmermann – Smart Manufacturing
in seinem Vortrag stieg er vertiefend auf das Konzept des digitalen Zwillings ein, welches die Grundlage legen kann, verschieden digitale Services auszuspielen. So können aus den Daten Optimierungen von Produktion und Wartung vorgenommen werden. Ebenso lässt sich die Nachhaltigkeit des Produktes bewerten. - Thomas Komeda – Datenökosysteme mit GAIA-X
Als externer Gast vom Unternehmen DeltaDAO nahm er die Teilnehmer mit auf eine Reise in das Datenökosystem GAIA-X und wie in diesem zukünftig Daten und Funktionen als digitale Klein-Services genutzt werden können, um so effektiver und schneller zu sein. DeltaDAO stellt in diesem Kontext Datenräume zur Verfügung, um digitale Services zu hosten und den Nutzern zugänglich zu machen. - Thomas Meiren – Smart Service
In einer Welt mit einem hohen Anteil an Diensten und Dienstleistungen wird die ausprägung von smarten Services immer wichtiger. Er stellte vor, wie das Fraunhofer IAO Unternehmen unterstützt die passenden Services zu identifizieren, auszuprägen und in den Markt zu bringen. Auch diskutierte er Erfolgsfaktoren von digitalen Diensten. - Yannick Hofmann – Smart City
Daten sind nicht nur für Unternehmen zunehmend wichtiger. Auch in urbanen Ökosystemen wird es zunehmend wichtiger die Daten auszuwerten und auf den resultierenden Erkenntnissen zu steuern. Welche Mechanismen hierbei von Vorteil sind zeigte er in seinem Vortrag auf. Ein spannender Anwendungsfall sind sicherlich Aspekte wie Verkehrskonzepte und Nutzungen von wenig frequentierten Zonen für die Steigerung der Lebens- und Aufenthaltsqualität sowie effektive Nutzung der Raumes in der Stadt.
