Wuxi – Stadt und Region

Im Herzen des Yangtze River Deltas gelegen sowie direkt angrenzend and den Tahau Lake ist Wuxi ein aufstrebendes Zentrum für Industrie und modernen Lebensstyle in China

Der Tai Hu See zählt zu den größten Süßwasserseen Chinas. Am Seeufer liegen Fußwege, ein 115 m hohes Riesenrad und Parks wie der Yuantouzhu (Schildkrötenkopf-Insel). Ein weiterer bedeutender Park ist der Ling Shan mit verschiedenen namhaften buddhistischen Stätten, darunter der über 80 m hohe Große Buddha aus Bronze.

Administrativ gliedert sich die Stadt in fünf Stadtbezirke – Liangxi, Binhu, Huishan, Xishan und Xinhu. Ebenso gehören zwei kreisfreie Städte – Jiangyin und Yixing – zur Verwaltungseinheit Wuxi.

Aufgrund seiner aufstrebenden wirtschaftlichen Entwicklung wird Wuxi oft auch als „Klein-Shanghai“ bezeichnet. Sie ist eines der ostchinesischen Wirtschaftszentren und nach Nanjing die zweitbedeutendste Stadt der Provinz Jiangsu. Als erste Stadt in dieser Provinz entstand hier ein Industriepark für ausländische Investoren. Nach einem Ranking des Wirtschaftsmagazins Forbes im Jahr 2008 zählt Wuxi zu den attraktivsten chinesischen Wirtschaftsstandorten. Sie belegte Platz 3 in der Liste der besten Wirtschaftsstädte in Festlandchina. Traditionell ist die Textilverarbeitung von hoher Bedeutung, wird aber zunehmend von Unternehmen der Elektro-, Maschinenbau- und Automobilindustrie, sowie der Hochtechnologie verdrängt. So wurde das National Supercomputing Center etabliert, dass zum Zeitpunkt 2016 mit dem leistungsfähigsten Supercomputer bestückt war. Wuxi hat sich zu einem Zentrum der chinesischen Solartechnik entwickelt und gleichzeitig attraktiv für die Ansiedelung internationaler Unternehmen, wie Sony, Konica Minolta, Panasonic, Bosch sowie kleinere Unternehmen wie beispielsweise Agfa oder Vaillant.

Wuxi besitzt zwei Universitäten – die Jiangnan-Universität (江南大学) sowie die Taihu University Wuxi (无锡太湖学院). An der Jiangnan-Universitäten werden alle relevanten Studiengänge angeboten, in Summe waren in den 69 Studiengängen mehr als 30.000 Studierende eingeschrieben. Die Taihu University Wuxi ist eine Privathochschule, welche in der Nähe des Huishan Nationalparks (Huishan National Forest Park, 惠山国家森林公园) gelegen ist.

Zusätzlich gibt es weitere acht, teil spezialisierte, Hochschulen und Fachhochschulen sowie neun Colleges.

Besonders hervorzuheben ist die Orientierung von Weiterbildung nach Deutschen Grundsätzen. So existiert mit der Wuxi Berufsschule für Maschinenbau und Elektronik ist eine staatlich anerkannte Berufsschule, die direkt vom Wuxi Education Bureau verwaltet wird. Sie gilt als modellhafte Berufsschule der Berufsbildungsreform und Entwicklung auf nationaler Ebene. Die Schule bietet schwerpunktmäßig eine fünfjährige Berufsausbildung sowie technische Aus- und Weiterbildungen in vier Fachrichtungen an: Mechanik und Elektrik, Automatisierungssteuerung, elektronische Informationstechnik und Kunstdienstleistungen. Seit 2014 gehört sie zum PASCH-Netzwerk, wodurch Schüler freiwillig Deutsch für drei Jahre erlernen können. Zur Abrundung der von Goethe-Institut organisierten Aktivitäten sind in den vergangen Jahren gehören die Aufnahme von Schulwärts-Praktikanten aus Deutschland, zweiwöchige Praktika an der Handwerkskammer Flensburg die Kooperation mit zwei Partnerschulen in Deutschland.

Zusätzlich hat bereits im Jahr 2005 die iVWA – Internationale Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie gGmbH ihr erstes Trainings- und Studienzentrum eröffnet. Gemeinsam mit ihrem Kooperationspartner Jiangsu College of Information Technology (JSIT) hat die iVWA mit der Ausbildung von 112 „Azudenten“ in den Fachbereichen Automobilmanagement, Logistikmanagement und Multi-Media Design Management in Wuxi begonnen. Die kombinierten Ausbildungs- und Studiengänge in englischer Sprache führen zum staatlich in der Volksrepublik China anerkannten Advanced Diploma, zum Betriebswirt (iVWA) und zur IHK/AHK Zertifizierung. Die dreijährige Kombination von Ausbildung und Studium gliedert sich in wechselnde Abschnitte akademischer und praktischer Qualifizierung, wobei zwischen 80 und 90 % der Dozenten aus Deutschland kommen.
Darüber hinaus ist die iVWA in China als Seminaranbieter unter anderem für das Arbeitsamt der Stadt Shanghai tätig und berät Dienstleistungsanbieter in allen Fragen zu unternehmerischen Tätigkeiten in China.

Die Entstehung der Stadt Wuxi ist auf die Zhou-Dynastie 周朝 (1100 bis 256 v.Chr.) im 11. Jahrhundert v. Chr. zurückzuführen, als die beiden Prinzen Taibo 泰伯 und Zhongyong 仲雍 den ersten Staat im Wuxi-Areal gründeten. Anfangs hieß der Staat noch Wu 吳 und nachdem die beiden Brüder bei der Entwicklung und Errichtung von Landwirtschaft und Wasserwegen halfen, sollte das Gebiet schon bald wirtschaftlich aufblühen.

Bereits während der Frühlings- und Herbstperiode 春秋 entwickelte sich der Staat Wu zu einem der mächtigsten Reiche. Im Laufe der Qin-秦朝(221 bis 207 v.Chr.) und Han-Dynastie 汉朝 (206 v.Chr. bis 220 n.Chr.) wurden Zinnvorkommen entdeckt, die zu Konflikten im besagten Gebiet führten. Während dieser Periode wurde sie ein Zentrum des Zinnbergbaus, woraus sich der Stadtname Youxi (有錫 / 有锡 – „hat Zinn“) ergab. Allerdings schienen die Vorkommen relativ schnell abgebaut worden zu sein, was vermutlich zu dem heutigen Namen Wuxi führte. Dieser bedeutet übersetzt „kein Zinn“ (无= nichts; 锡 = Zinn).

Zur Zeit der Ming-明朝 (1368–1644) und Qing-Dynastie 清朝 (1644–1911) bildete Wuxi bereits ein landwirtschaftliches Zentrum mit dem Fokus auf die nationale Reisproduktion. In dieser Zeit wurde die Stadt auch befestigt und die Kanäle wurden für die Wasserversorgung von Gewerbestätten bzw. für den Transport angelegt. Bis zur Gründung der Volksrepublik China stellten sowohl die Textilindustrie wie auch die leichte und schwere Industrie wirtschaftliche Schwerpunkte der Region dar.

Mit der Öffnung Chinas und der Zusammenarbeit mit Industrienationen nam die wirtschaftliche Bedeutung immer mehr zu. Heute wird Wuxi als die ehrgeizigste Stadt für Wohlstand und Zivilisation im Südosten Chinas verstanden, die einen regen Austausch mit dem Ausland betreibt. Damit bietet sie eine gute Grundlage für Investionen und Geschäftsentwicklung sowohl in konventionellen als auch innovativen Industriezweigen.